Mein Pferd frisst nicht: Wenn Pferdezähne Probleme bereiten!

Da unsere Pferde keine Wildpferde mehr sind und auch keineswegs an das Gras gelangen, das Pferden in der Wildnis zur Verfügung steht, sind wir es, die für ihre Zahnpflege verantwortlich sind, und die ist ganz besonders wichtig.

PferdezähneDie Zähne des Pferdes wachsen, im Gegensatz zu unseren, kontinuierlich weiter und haben sich sonst selbstständig im Rahmen der Kaubewegung des Pferdes, abgerieben. Das übernimmt heute der Pferdezahnarzt, wenn er mit seinen langen Schleif- und Fräsmaschinen im Pferdemaul tätig wird. Werden Schneide- und Backenzähne nicht gekürzt, wird der Fressvorgang erheblich erschwert, bis hin zur völligen Beeinträchtigung. Auch Haken können sich an den Zähnen bilden, diese zeigen sich häufig durch Heubällchen, die das Pferd wieder ausspuckt, da es sie nicht verarbeiten kann. Die Zähne können aber auch, ganz wie beim Menschen, brechen, Löcher aufweisen oder gar ausfallen. Dies ist häufig bei älteren Pferden der Fall, je besser die Zahnpflege jedoch in jungen Jahren ausfällt, desto länger bleibt das Gebiss des Seniors erhalten.

Zu empfehlen ist zunächst einmal ein Intervall von 6 Monaten. Der Tierarzt kommt, checkt den Allgemeinzustand des Pferdes, sediert es zum Ruhigstellen und legt los. Es ist oftmals kein schöner Anblick für den Besitzer, aber dennoch notwendig. Bei älteren Pferden kann die Sedierung dabei geringer ausfallen und man „legt eher nochmal nach“, um den Kreislauf nicht zu überlasten, ein normales, gesundes Pferd ist eine halbe Stunde bis Stunde nach der Behandlung durchaus wieder fit, das ist natürlich pferdeabhängig. Im Anschluss kann Mash gegeben oder das Tier ein wenig geführt werden, damit der Kreislauf wieder in Schwung kommt, und in der Regel darf nach zwei Stunden auch wieder ganz normal gefressen werden.

Jeder, der schon selbst Zahnschmerzen hatte, weiß, wie unangenehm diese sind, doch wie erkennen wir sie beim Pferd? Übermäßiges Kauen und Speicheln, das Ausspucken kleiner Heubällchen, aber auch das Einstellen oder Verringern der Futteraufnahme sind deutliche Anzeichen dafür, dass dringend ein Zahnarzt zu Rate gezogen werden muss.

Mittlerweile gibt es spezialisierte Pferdezahnärzte, wozu auch durchaus zu raten ist, denn irgendwann sind auch einem Tierarzt Grenzen gesetzt, er kann schließlich nicht alles können. Ein spezialisierter Pferdezahnarzt bildet sich entsprechend zielorientiert weiter und bringt sicherlich umfassende Erfahrung mit, sodass das Gebiss der Pferde in allerbesten Händen ist. Ähnlich dem Impfpass kann man sich dann einen Zahnpass ausstellen lassen, in den alle Untersuchungen eingetragen und Problemstellen vermerkt werden, auf die man bei der nächsten Untersuchung achten muss.